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06/2011: Man muss es im Blut haben!

Im Marchfeld, genauer in Schönfeld bei Lassee, hat die Riedmüller-Gruppe ihren Sitz, die mit ihren markanten grünen Lkw das Straßenbild in der Region prägt. Aufbauend auf der Tradition einer alten Unternehmerfamilie wurde die Firma 1982 durch Herta Riedmüller gegründet, die sich als Firmenchefin mit Ecken und Kanten in einer Männer dominierten Branche erfolgreich behauptete. Es war keine leichte Aufgabe für den heutigen Firmenchef Johannes Riedmüller in diese Fußstapfen hineinzuwachsen. Durch den Ausbau der Kiesproduktion, des Transportbereiches und des Erdbau- bzw. Umwelttechnikbereiches im Laufe der letzten Jahre wurde er dieser Herausforderung aber auf beeindruckende Weise gerecht.

Er steht gerne unerkannt am Fußballplatz, er duldet keinen Alkohol in der Firma, er hat mit einem früheren Porr-Chef in Badeschlapfen in sieben Stunden eine Kooperation ausverhandelt. Wenn Not am Mann ist, belädt er auch schon einmal selber einen Kunden-Lkw, er ist ständig offen für Neues – und er steht zu seinen 85 „Kindern“. Drei davon entstammen der Ehe mit seiner Frau Petra, die seit Langem die „Seele“ des Unternehmens mit über 80 Mitarbeitern ist und zunehmend von zwei der drei Töchtern unterstützt wird. Die Familie geht ihm über alles und sie wird auch in alle wichtigen Entscheidungen eingebunden. Kein Zweifel: Johannes Riedmüller ist eine faszinierende Persönlichkeit – und eine erfolgreiche dazu!

Dynamische Entwicklung
„Wir haben lange vor meiner Zeit reine Schüttgut-Transporte erledigt, ein Geschäft, in dem sich heute viele Billig-Anbieter matchen. Ich persönlich bin schon als Kleinkind mit meinem Vater mit jeder Maschine mitgefahren, die wir damals im Einsatz hatten“, beschreibt Johannes Riedmüller die Anfänge. Und weiter: „Meine Mutter hat das Geschäft dann übernommen, weil ihr Bruder tragischerweise bei einem Radladerunglück gestorben ist. Ich bin damals in Mödling in die Schule gegangen, offiziell haben wir am 1. April 1982 angefangen – unter der Eigentümerin Herta Riedmüller. Anfang der 1990er Jahre habe ich mich stärker in den Betrieb eingebracht und später im Firmenverbund mit meiner Mutter meine eigene Firma gegründet. Sie ist im -April 2003 hochverdient in Pension gegangen und seither leite ich das Unternehmen. In Wahrheit gibt es aber keine Entscheidung, bei der nicht meine Frau und mittlerweile auch die Kinder eingebunden sind.“ Aber nicht nur die Firmenstruktur, auch die Geschäftsfelder und die eingesetzte Technik waren durch enorme Entwicklungen gekennzeichnet. Riedmüller: „Anfang der 1980er Jahre begannen wir mit einer ganz ordinären Mischkiesanlage. Als dann ein Auftraggeber fragte, ob wir auch eine Waschanlage haben, begann ich mir Kieswerke in anderen Bundesländern anzusehen. Zwei Jahre später hatte ich eine eigene Kiesanlage, wenn auch mit bescheidenen Dimensionen – wir reden von 700 bis 800 Tonnen pro Tag. Heute machen wir 4.000 Tonnen am Tag, im Februar hatten wir eine Spitze mit über 5.000 Tonnen. Plötzlich war Kies überall Mangelware und alle haben sie bei mir angerufen.“ Heute bildet eine computergesteuerte Kiesanlage auf dem Riedmüller Firmengelände gewissermaßen das Rückgrat des Unter-nehmens. Sie sortiert das Basismaterial in neun Fraktionen, Restmengen werden gezielt verwertet. Der Firmenchef bringt es auf den Punkt: „Wir machen aus allem etwas, gebrochen wird bei uns bis zum Gehtnichtmehr. Es bleibt nichts über!“ In den über 100 Hektar großen Abbaugebieten in der Gemeinde Lassee-Schönfeld wird auf Schonung der Umwelt hoher Wert gelegt. Eigens angelegte Förderwege vom Abbaugebiet zur Produktionsstätte, ohne Berührung der Siedlungsgebiete, garantieren so gut wie keine Belästigung der Anrainer. Im Grubenbereich, direkt an der Abbaustelle, werden Frostschutz für den Straßenbau, entsprechend der RVS-Richtlinien und Schüttmaterial für die Unterbauherstellung und Bauwerkverfüllung produziert. Welches Wachstum realisiert wurde, spiegelt sich auch in den Zahlen wider: Pro Jahr werden in der Zentrale in Schönfeld 400.000 Tonnen Kies gewaschen, in etwa genauso groß ist die Aushubmenge, die von verschiedenen Baustellen abtransportiert wird. Eine weitere Kapazitätsaufstockung ist nicht geplant – neue Geschäftsfelder, bei denen sich Johannes Riedmüller noch bedeckt hält, werden aber sehr wohl angedacht. Apropos neue Geschäftsfelder: War früher der Transport von Asphalt undenkbar, so zählt dieser Bereich heute zu einem der fixen Standbeine. Riedmüller: „Ich hätte nie gedacht, dass meine Fahrzeuge irgendwann mit Asphalt fahren, weil das nicht unser Geschäft war. Heute fahren zehn Lkw jeden Tag mit Asphalt.“ Auch der Transport von Rüben ist nach wie vor ein Thema – Riedmüller stellt eine der größten Lkw-Flotten für die Zuckerfabrik Leopoldsdorf. Ein weiteres Standbein ist der Recycling-Bereich, wo – unter Einhaltung der erforderlichen rechtlichen Vorschriften – hauptsächlich Aushub- und Abbruch-Material von den eigenen Baustellen verarbeitet wird. Über eine Trommel- und Sichtungsmaschine wird Beton- und Ziegelsand erzeugt, der z.B. großflächig in Hallenböden zum Einsatz kommt. Aber nicht nur in neue Geschäftsbereiche, auch in den Firmenstandort selbst wird investiert. Aktuell wird ein weiterer Bereich der Freifläche asphaltiert, in Summe stehen dann 10.000 m2 Dichtfläche zur Verfügung – mehr als so mancher Baukonzern vorweisen kann! Auch wenn diese Maßnahme zum Schutz des Grundwassers notwendig ist, so sieht Johannes Riedmüller diese Investition vor allem unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit. Auch die überdachte Fläche wird aufgestockt: Zusätzlich zur bestehenden 1.500?m2 großen Halle wird demnächst eine 1.100?m2 große Fläche von einem Flugdach überspannt. Diese dient in erster Linie als Abstell- und Unterstellfläche für die Lkw im Winter. Riedmüller: „Wenn sich 20 Fahrer in der Früh die Schnee-Freimachung ersparen, dann haben die Fahrer genauso etwas davon, wie ich als Unternehmer.“ Natürlich wird dort aber auch Schüttmaterial wasser- und gefrierfrei gelagert – eine Investition, die jetzt natürlich das Budget belastet, von denen das Unternehmen nach der etwa fünfjährigen Amortisation aber zweifellos profitiert.

„Bei Zeppelin ist der Service so wie ich ihn mir vorstelle“
Aktuell umfasst der Riedmüller Maschinenpark 55 Lkw und 18 Baumaschinen verschiedener Marken – vom großen Raupenbagger, über Mobilbagger, Minibagger, Radlader, Grader usw. bis hin zum Walzenzug. Die letzten Neuzugänge sind zwei heuer angeschaffte CAT-Geräte: ein Kettenbagger 320D L (Ersatz für einen 320C mit rund 14.000 Stunden) und ein Mobilbagger M316D (Neu-Anschaffung). Wichtige Stützen im Abbau bzw. im innerbetrieblichen Transport sind die CAT Radlader 980 (seit zwei Jahren im Einsatz) und 972H. Riedmüller: „Unsere Radlader fahren im Abbau – von der Humusdecke bis zum Kies – und das in der Regel zwölf Stunden, sechsmal die Woche. Selbstverständlich nicht immer mit dem selben Fahrer, aber die Geräte müssen bei uns schon ordentlich was aushalten.“ Weitere CAT-Geräte sind ein älterer Mobilbagger 318, der ebenso durch Zuverlässigkeit punktet,wie ein rund 30 Jahre alter Radlader 950, der hauptsächlich als Reservemaschine dient. Ergänzend ist auch ein CAT-Baggerlader 428 im Einsatz. Egal ob Lkw oder Baumaschine – wenn es um den Maschinenpark geht, dann verfolgt Johannes Riedmüller seine eigene Philosophie. „Ich habe meine Maschinen immer großzügig dimensioniert. Bei den Lkw steht unter anderem der Gedanke dahinter, mit dem besseren Gerät auch die besseren Fahrer zu bekommen. Entscheidend ist aber, dass die größeren Geräte nicht auf 110 Prozent fahren müssen, dadurch weniger Sprit verbrauchen und die Belastung der Verschleißteile geringer ist. Letzten Endes ist auch der Wiederverkaufswert ganz ein anderer.“ Bei seinen Baumaschinen setzt Johannes Riedmüller wieder verstärkt auf Caterpillar. Das liegt einerseits an der Qualität der Produkte, von der er nach wie vor überzeugt ist, andererseits aber auch an der Betreuung durch Johannes Kargl, den zuständigen Zeppelin Mitarbeiter für das Weinviertel. Riedmüller: „Ganz wichtig ist für mich die Beratungs-Kompetenz. Johannes berät mich maßgeschneidert auf meine Firma und nicht, um mir eine möglichst große Maschine einzureden. Außerdem: Wenn ich eine Maschine brauche, dann weiß ich, dass er sie mir schnellstens organisiert und sie nicht erst in drei Wochen vor meiner Tür steht. Das gilt aber nicht nur für die eigent¬liche Kaufabwicklung, auch wenn ich ein Ersatzteil brauche, kann ich darauf vertrauen, dass das für ihn Priorität hat. Diesen Einsatz zeigt er bereits über Jahre und hat sich damit langsam aber stetig mein Vertrauen erarbeitet. Wenn ich ihn brauche, dann ist er da. Punkt.“ Auf die weitere Entwicklung des Unternehmens angesprochen, meint Johannes Riedmüller abschließend mit einem Schmunzeln: „Mit unserer derzeitigen Firmengröße bin ich wirklich zufrieden, das reicht fürs Erste. Aber wer weiß: Wenn ich morgen was Neues höre, dann bin ich dabei!“

Treffen der Generationen: CAT Radlader bildeten schon immer eine Stütze im Kiesumschlag. Im Bild Johannes Riedmüller und Zeppelin-Betreuer Johannes Kargl.
Der Firmenchef vor der computergesteuerten Kiesanlage. Sie sortiert das Basismaterial in neun Fraktionen, Restmengen werden in verschiedenen Bereichen verwertet.
Dieser ebenfalls neue M316D, hier bei der Verbreiterung einer Zufahrtsstraße, erweitert seit Kurzem den Maschinenpark. Im Bild Baggerfahrer Günter Klein, Johannes Kargl und Johannes Riedmüller.
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