Technisches Pilotprojekt: Zeppelin rüstet neuen Cat 120 Grader mit Rüttelplatte aus
15.5.2026
Die ÖBf-Forsttechnik in Ebensee verfügt über jahrzehntelanges Know-how in der Errichtung und Instandhaltung von Forststraßen. Leistungsfähige Grader spielen dabei eine wichtige Rolle und so wurden von Zeppelin Österreich im März 2026 zwei neue Cat 120 Grader als Teil eines umfangreichen Maschinenpakets übergeben. Auf Kundenwunsch wurde einer der Grader im Rahmen eines Pilotprojekts mit einer Dreifachrüttelplatte ausgerüstet.
Die Österreichischen Bundesforste, die 2025 ihr 100-Jahr-Jubiläum feierten, sind der größte Wald- und Naturraumbewirtschafter des Landes und betreuen mit rund 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern 850.000 ha Naturfläche – darunter 74 der größeren Seen und rund 15% der Waldflächen. Als Anfang der 70er-Jahre die Erschließung vieler Waldflächen vorangetrieben wurde, zählten die Bundesforste zu den Pionieren in Sachen Forststraßenbau. Mittlerweile sind die Bundesforste der größte österreichische forstliche Wegebauer mit Spezialisierung auf Steilgelände in Baggerbauweise.
Die ÖBf-Forsttechnik als traditionsreiche und leistungsstarke Dienstleistungseinheit, arbeitet dabei österreichweit sowohl auf Bundesforste-Flächen als auch an zahlreichen Straßenbau-Projekten im Privatbereich. Hauptkunden sind Gemeinden, Bergbahnen sowie Waldbesitzer und Forstgemeinschaften. Im Fokus steht die Sicherstellung der Befahrbarkeit, insbesondere der Herstellung von Lkw-tauglichen Radien für die Holztransporte. Dabei arbeiten die erfahrenen Maschinisten weitgehend selbstorganisiert und stimmen Details mit lokalen Partnern ab.
Am Standort Ebensee ist die Technik- und Servicekompetenz der ÖBf-Forsttechnik gebündelt. Der zentrale Werkstatt- und Service-Standort betreut rund die Hälfte der Großmaschinen, die in 14 Betrieben und 2 Nationalparks im Einsatz stehen. In ihrem Fuhrpark verfügt die ÖBf-Forsttechnik über 10 Grader, die in der Regel in Kombination mit einem Walzenzug zum Einsatz kommen. Die rund 20 Bagger beginnen bei 14 t, bewegen sich aber überwiegend in der Größe von 22 bis 25 t. Etwa 40 Forstschlepper ergänzen die bis zu 60 Großmaschinen.
Über den Hintergrund der jüngsten Investition informiert DI Konrad Streit-Maier, Stellvertretender Leiter der Forsttechnik Hoch- und Tiefbau in Ebensee: „Als zwei Grader aufgrund ihres Alters ersetzt werden mussten, war das für uns die Gelegenheit, eine neue technische Lösung zu realisieren. Unser Ziel war es, einen der neuen Grader mit einer Rüttelplatte auszurüsten und im Praxiseinsatz herauszufinden, ob diese Geräte-Konfiguration dazu geeignet ist, den Einsatz einer Walze im Forstwegebau zu reduzieren. Ein Grund dafür ist die Sicherheit unserer Maschinisten, denn die Walze muss auch in steilem Gelände bis ans Bankett fahren. Der andere Grund liegt im Fachkräftemangel, denn es wird immer schwieriger, erfahrene Mitarbeiter zu bekommen. Wir sind in diesem Bereich nach wie vor für Bewerbungen offen. Die Umsetzung erwies sich jedoch als große Herausforderung, denn die Firma Zeppelin Österreich hat auf unsere Anfrage als einziges Unternehmen die technische Umsetzung ernsthaft vorangetrieben. Nicht zuletzt war dieser Umstand ausschlaggebend, die Zusammenarbeit mit der Firma Zeppelin und den Einsatz von Cat Geräten zu intensivieren.“
Treibende Kraft in der Umsetzung des Projekts war Verkaufsberater Rene Doppler von der Zeppelin Niederlassung in St. Florian bei Linz. Doppler: „Die Integration der Rüttelplatte von der Firma Brandl in das Hydrauliksystem des Graders war durchaus anspruchsvoll und für alle Beteiligten Neuland. Wir haben dazu eng mit den deutschen Spezialisten im Zeppelin Konzern und der Firma Brandl zusammengearbeitet. Hydraulik, Aufhängung und Versorgung wurden maßgeschneidert entwickelt, um eine ausreichende Verdichtungsleistung sicherzustellen. Grundsätzlich kann die Dreifachrüttelplatte auch von anderen Cat Gradern eingesetzt werden, wenn diese entsprechend adaptiert wurden. Bei der nun realisierten Lösung regelt ein Ventil bei Unebenheiten automatisch den Anpressdruck, etwa wenn der Grader durch eine Senke fährt und der Drucksensor das Entlastungsventil aktiviert. Heute verfügen wir über das entsprechende Know-how im eigenen Hause und sind damit in der Lage, künftige Implementierungen selbst in St. Florian durchzuführen.“
Auch unabhängig von dieser Sonderlösung verfügt der Cat 120 Grader über modernste Technik. Für den Antrieb sorgt ein kraftstoffsparender Cat C7.1-Motor der EU-Abgasstufe V und so wie bei allen Cat Gradern schaltet das elektronisch gesteuerte Getriebe nicht nur schnell und sanft durch alle Gänge, sondern bietet auch eine enorm hohe Schubkraft. Bis zum Cat 160 sind alle Grader mit Allradantrieb verfügbar und können durch Frontschild und weitere Optionen an jeden Einsatz angepasst werden.
Die Schar mit einer Breite von 3,7 m kann durch das hinten positionierte Knickgelenk perfekt eingesehen werden. Die von Grund auf neu gestalteten Premiumkabine bietet verschiedene ergonomische Sitzpositionen und eine verbesserte Sicht durch verbundene Heckscheiben und ein neues Informationsdisplay. Die Joysticks sind elektronisch vorgesteuert und alle wichtigen Funktionen sind auf den Bedienhebeln intuitiv bedienbar angeordnet.
Zu den skalierbaren Cat Grade-Technologien gehören Querneigungsmessung, Querneigungsanzeige, digitales Schildneigungsmessgerät und die Anbaugeräte-Vorbereitung, die sich in die Nivellierungstechnologien integriert. Zusätzlich bremst das optionale Stable Blade-System die Maschine automatisch ab, wenn die Nivellierung durch Maschinenschwingungen beeinträchtigt werden würde.
Das Allradantriebssystem verbessert die Traktion und das Manövrieren in unwegsamen Gelände. Dank des Allradantriebs und der mitlenkenden Hinterachse sind für den Cat 120 auch enge Radien kein Problem. Der Kriechgang nur mit den Vorderrädern ermöglicht präzises Nivellieren. Mittels VisionLink werden die Maschinendaten von der ÖBf-Forsttechnik in den österreichweiten Einsätzen intensiv für die Wartungsplanung oder die Auslastungssteuerung genutzt.
„Die ersten Erfahrungswerte mit dem Cat 120 Grader hinsichtlich der Verdichtungswerte mit der Dreifachrüttelplatte sind durchwegs positiv. Wir sind zuversichtlich, dass sich diese technische Lösung in vielen Fällen als Alternative zu einer Walze bewährt. Darüber hinaus freuen wir uns, mit der Firma Zeppelin Österreich einen engagierten und kompetenten Partner an unserer Seite zu haben“, betont DI Konrad Streit-Maier abschließend.
www.bundesforste.at
www.zeppelin-cat.at

Der neue Cat 120 Grader im Fuhrpark der ÖBf-Forsttechnik, der von Zeppelin Österreich mit einer Dreifachrüttelplatte ausgerüstet wurde.

Die ersten Erfahrungswerte mit dem Cat 120 Grader hinsichtlich der Verdichtungswerte mit der Dreifachrüttelplatte sind durchwegs positiv.

Stemmten gemeinsam die Realisierung des technisch anspruchsvollen Pilotprojekts (von rechts): DI Konrad Streit-Maier (Stellvertretender Leiter der Forsttechnik Hoch- und Tiefbau in Ebensee) mit Rene Doppler (Verkauf, Zeppelin Niederlassung in St. Florian bei Linz).

Übergabe der neuen Geräte Ende März in Ebensee. Die beiden Cat 120 Grader sind Teil eines umfangreichen Maschinenpakets, das in den nächsten Jahren in Summe bis zu sechs Cat 120 Grader umfasst.

Die Premiumkabine bietet verschiedene ergonomische Sitzpositionen, eine verbesserte Sicht durch verbundene Heckscheiben und elektronisch vorgesteuerte Joysticks.

Der kräftige Cat-Motor der EU-Abgasstufe V, das elektronisch gesteuerte Getriebe, das hinter der Kabine angebrachte Knickgelenk und die mitlenkende Hinterachse sorgen für hohe Leistung und Schubkraft mit exzellenter Wendigkeit.
