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Der neue Cat M323F Zweiwegebagger im Testbetrieb

25.08.2020

Im Rahmen eines Testbetriebes auf dem ÖBB Betriebsgelände Oberbauwerk in der Steiermark demonstrierte Zeppelin Österreich die Vorzüge des kompakten Cat M323F Zweiwegebaggers im aktiven Betrieb: Standsicherheit, Reichweite, Hubvermögen und vor allem der hydrostatische Schienenradbetrieb.

 

Caterpillar hat gemeinsam mit Zeppelin lange an einer kompletten Neuentwicklung des vielseitig einsetzbaren Baggers gearbeitet und eine Innovation herausgebracht. Während der Konstruktionsphase setzte das Unternehmen auf die Beratung durch Fachleute aus der Eisenbahn-Industrie und -Infrastruktur, die solche Maschinen täglich im Einsatz haben. Gerade sie wissen, welche Eigenschaften im Hinblick auf Leistungsfähigkeit, Effizienz, Sicherheit und Zuverlässigkeit auf diesem hoch spezialisierten Sektor nötig sind und diese wurden im M323F Punkt für Punkt umgesetzt.  

Technologie für höchste Sicherheitsstandards

Beim Einsatz eines Zweiwegebaggers steht Sicherheit an erster Stelle. Laufender Zugverkehr oder unter Spannung stehende Leitungen, müssen beim laufenden Betrieb der Maschinen sorgfältig berücksichtigt werden. Der Fahrantrieb sowie das Bremsen im Gleisbetrieb bei der auf dem Markt bestehenden Technik erfolgt über die auf die Schienen drückenden Reifen des Baggers. Daraus resultiert ein hoher und meist einseitiger Reifenverschleiß und es kommt häufig zu Beschädigungen von Sicherheitseinrichtungen im Gleisbett. Woraus natürlich nicht nur hohe Kosten im Zuge der Erneuerung die Folge sind, sondern auch langwierige Behinderungen durch Gleissperrungen bzw. Umleitungen entstehen. Caterpillar hat beim Antrieb einen anderen Weg gewählt und kommt ohne den klassischen Reibradantrieb aus. Im M323F erfolgt der Schienenradantrieb an beiden Gleisachsen hydrostatisch. Eine hohe Bodenfreiheit trägt dazu bei, die Sicherheitseinrichtungen im Gleisbett beim Fahren nicht zu tangieren. Während des gesamten Instandsetzungsbetriebes ist es nicht notwendig im kompletten Streckennetz auszugleisen. Dies bringt für den Fahrer eine enorme Zeitersparnis mit sich und bietet ihm somit einen komfortablen Einsatz. Mit dem beidachsigen Bremssystem im Ölbad und den Scheibenbremsen für alle Gleisräder gewährleistet der Cat M323F sicheren Vortrieb und kraftvolle Beschleunigung bis auf 20km/h.

Hohe Leistung & kompakte Abmessung

Für konstant hohe Leistung des neuen Cat Zweiwegebaggers und ein schnelles Ansprechen bei wechselnden Lasten sorgt ein Cat C 4.4 TTA Tier 4 Final Motor mit 117 kW (159 PS) und Dieselpartikelfilter. Der mit seinen 22,5 - 23,9 Tonnen Einsatzgewicht ausgelegte Zweiwegebagger weist kompakte Abmessungen aus und beansprucht einen Schwenkradius von nur 1 566 Millimetern und das, ohne auf eine hohe Standsicherheit, Reichweite und Hubvermögen zu verzichten. Denn genau darauf kommt es im Gleisbau an, wenn Betreiber so ein Gerät bei weiter Ausladung nutzen wollen, wie beim Beladen von Waggons auf dem Nachbargleis oder beim Positionieren von Gleisbauteilen. Darüber hinaus ermöglicht die kompakte Abmessung, dass der Schienenverkehr auf dem Nachbargleis ungehindert weiterfahren kann. Dadurch verkürzt sich die Bauzeit, weil die Strecke nicht gesperrt oder die Arbeit eingestellt werden muss, wenn ein Zug auf dem Nachbargleis die Baustelle passiert. Der kurze Heckschwenkradius bleibt selbst dann erhalten, wenn der Kunde das zusätzliche Kontergewicht am Heck einsetzt. Um Maschine und Fahrer vor dem Kontakt mit Oberleitungen zu schützen und zu verhindern, dass das Gerät zu weit in das Nachbargleis hineinragt, verfügt der Cat M323F über eine Schwenk- und Hubbegrenzung. Auf dem Monitor in der Kabine wird durch die dynamische Last-Kontrolle das Lastgewicht inklusive Arbeitsausrüstung angezeigt und die Hydraulik gesperrt, wenn die maximale Hublast von 13 Tonnen überschritten wird. Weil der Bagger häufig Waggons mitführen soll, erhielt er zu diesem Zweck eine Waggonbremsanlage und Schleppstange. Die gesamte Zuglast beträgt 220 Tonnen. 

Verstellausleger und Anbaugeräte

Trotz des kompakten Hecks bietet die Maschine mit dem robusten Verstellausleger auch auf dem Gleis viel Reichweite und hohes Hubvermögen, wie es gerade im Gleisbau erforderlich ist. Die Load-Sensing-Hydraulik des Cat M323F sorgt für schnelle Taktzeiten sowie hohe Losbrech- und Reißkräfte. Die Zusatzhydraulik mit Hoch- und Mitteldruckkreisen sowie Schnellwechslerleitungen ermöglicht einen einfachen Wechsel der Anbauwerkzeuge. Über den Monitor in der Kabine können bis zu 20 Hydraulikpumpenströme und -drücke für Anbaugeräte voreingestellt werden.

Zum praktischen Einsatz während des Tests kamen einige Anbaugeräte wie ein Schwellenleger - mit dem bis zu 5 Stück Schwellen in das Schotterbett eingebracht werden können. Als zusätzlichen Vorteil darf man nicht unerwähnt lassen, dass die Legeabstände individuell hydraulisch eingestellt werden können.

Mit einer aufgenommenen Schotterbürste zeigte der Zweiwegebagger wie eine zügige Reinigung der Gleiskörper vom Schotterbett zu bewerkstelligen ist und mit einem pendelnd aufgehängten Schalengreifer konnte er die universellen Einsatzmöglichkeiten des Anbaugerätes beim Be- und Entladen von Schienenstücken und Bahnschwellen demonstrieren. 

Höchster Komfort & bedienerfreundliches Arbeitsumfeld

Rückraum- und Seitenkameras plus LED-Beleuchtung sorgen für den nötigen Überblick und ein helles Arbeitsumfeld. Die schallgedämmte Kabine verfügt unter anderem über einen luftgefederten Sitz und eine Klimaautomatik. Wartungsarbeiten lassen sich sicher und bequem vom Boden aus erledigen. Die Cat-Connect-Technologielösungen wie zum Beispiel das Cat Flottenmanagement senken die Betriebskosten – ob bei  Einsätzen auf  der Straße oder auf der Schiene.

Der Testbetrieb hat gezeigt: der M323F überzeugt sowohl auf der Straße wie auch auf der Schiene und setzt neue Maßstäbe für Zweiwegebagger am Markt. Im Bild der Cat M323F im Einsatz mit der Schotterbürste.
Von rechts: Stephan Bothen, Geschäftsführer Zeppelin Österreich, Jürgen Specht, Niederlassungsleiter Zeppelin Graz, Harald Polleros, Gebietsverkaufsleitung Steiermark Nord, Stefan Becker-Sippel, Einsatztechniker von Zeppelin Baumaschinen und Franz Ratzenböck, Verkaufskoordinator Zeppelin Linz
Im 323F erfolgt der Schienenradantrieb an beiden Gleisachsen hydrostatisch, also ohne den klassischen Reibradantrieb. Daraus resultieren herausragende Fahr- und Bremsleistungen.