Technologieoffen in allen Bereichen: Swietelsky setzt auf HVO Biotreibstoff - Baumaschinen

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Technologieoffen in allen Bereichen: Swietelsky setzt auf HVO Biotreibstoff

10.05.2024

Technologieoffen in allen Bereichen: Swietelsky setzt auf HVO Biotreibstoff

Um den CO2 Ausstoß im eigenen Maschinen- und Fuhrpark zu reduzieren, hat die Firma Swietelsky an drei Standorten bereits auf den Biotreibstoff HVO umgestellt. Ein Prozess, der durch das Team von Zeppelin Österreich unter anderem mit einem Feldversuch im Abbruchbereich tatkräftig unterstützt wurde. Über die Hintergründe für den Einsatz von HVO sprachen wir mit Christian Sorko, Leiter des Konzernbereichs Maschinentechnik- und Anlagenmanagement bei der Firma Swietelsky.

Herr Sorko, warum hat sich die Firma Swietelsky dazu entschlossen, im eigenen Maschinen- und Fuhrpark verstärkt auf HVO zu setzen?

Sorko: Der Grund ist einfach zu erklären: Wir wollen unseren CO2-Ausstoß gesamtheitlich und nachhaltig reduzieren. Eine wichtige Rolle spielt dabei der Maschinen- und Fuhrpark, wo der Einsatz von HVO eine wirksame Maßnahme darstellt. Wir setzen aber nicht nur auf HVO, sondern wie bei einem Mosaik gibt es viele Bausteine, die ein Gesamtbild ergeben. HVO ist ein solcher Baustein.

Wie hat dieser Prozess begonnen und wie gestaltet sich der Einsatz von HVO in der Praxis?

Sorko: Wir haben im letzten Herbst damit begonnen, uns die Vor- und Nachteile von HVO genauer zu betrachten. Die Entscheidung über die Verwendung war am Ende ein Teamwork zwischen Strategischem Einkauf, Maschineningenieuren, dem Team der Nachhaltigkeit und den operativen Kollegen mit ihren Großgeräten im Bereich Abbruch und Recycling. Trotzdem ist es natürlich ein mutiger Schritt, HVO einzusetzen. Daher danken wir auch den Firmen Zeppelin und Caterpillar, die diesen Weg von Beginn an mit uns gegangen sind und uns zu jedem Zeitpunkt beratend unterstützt haben.

Der große Vorteil von HVO liegt in der einfachen Umsetzung. Es erfordert keine Verhaltensänderung der Mitarbeiter im Gebrauch – weder beim Betanken, noch beim Betrieb. In der Praxis ist für den Einsatz von HVO allerdings eine gewisse Vorarbeit notwendig. Bei der Tankstelle muss der Tank leergefahren und gereinigt werden – das gilt auch für die Baustellentanks. Aber wenn das erledigt ist, dann funktioniert das System sehr gut. Abgesehen von diesen technischen Maßnahmen ist eine klare Kommunikation wichtig, um eventuelle Vorurteile auszuräumen. Ich bin überzeugt, dass erfolgreiche kleine Schritte und Erfahrungen eine positive Auswirkung haben und neue Technologien fördern.

Wie ist der aktuelle Stand bei der Einführung von HVO?

Sorko: Nachdem wir uns ein entsprechendes HVO-Kontingent gesichert haben, standen wir vor der Frage: Wo können wir starten? Naheliegend waren Bereiche mit Großgeräten und hohen Verbräuchen. Daher haben wir uns für den Einsatz unter anderem im Abbruch bzw. in der Abfallwirtschaft entschieden. Aktuell verwenden wir HVO konsequent an drei unserer Standorte, von denen zwei über eine eigene Tankstelle verfügen. Konkret gestartet haben wir im Abbruch mit einem Feldversuch mit Großgeräten von Caterpillar. Dieser Versuch war förderlich, um Vertrauen zu gewinnen und zu zeigen, dass der Einsatz von HVO problemlos funktioniert. Auch der Support des Caterpillar/Zeppelin Teams war sehr hilfreich. Als Global Player verfügt Caterpillar über ein enormes Forschungs- und Innovationsbudget. Das ist natürlich ein Unternehmen, an dem man sich orientieren kann. Dazu kommt die dichte Service-Abdeckung im ganzen Bundesgebiet durch die Firma Zeppelin Österreich und der schnelle Zugriff auf Expertenwissen.

Was antworten Sie den Kritikern, die auf die Mehrkosten von HVO verweisen?

Sorko: Natürlich ist HVO etwas teurer als konventioneller Treibstoff und verursacht aus betriebswirtschaftlicher Sicht auf jeder Maschinenstunde Mehrkosten. Aber wir wollen CO2 einsparen und so auch als Bauindustrie unsere Verantwortung gegenüber den nächsten Generationen gerecht werden. Darüber hinaus gibt es für mich noch einen weiteren wichtigen Aspekt: Ich bin überzeugt, dass durch die Transformation in den nächsten 10 bis 15 Jahren neue Geschäftsmodelle entstehen werden, die natürlich auch profitabel sein werden.

Gibt es noch weitere Mosaiksteine an Nachhaltigkeitsmaßnahmen von Swietelsky Maschinentechnik?

Sorko: Selbstverständlich. Wir haben auch in der Maschinentechnik eine Abteilung für Nachhaltigkeits- und Innovationsmanagement, welche die Plattform „SWIE:Garage“ gegründet hat. Hier werden neue Antriebstechnologien, wie zum Beispiel Elektrobaugeräte, gekauft und getestet. Oder auch innovative Ideen wie intelligenter Heizkörper für Container, welcher bis zu 70% an Heizkosten spart getestet, standardisiert und skaliert.

„SWIE:Garage“ bietet die Möglichkeit, eigene Ideen und Innovationen aus den operativen Bereichen einzubringen bzw. Neuerungen von Herstellern in einem sicheren Umfeld zu testen. So stellen wir sicher, dass wir am Puls der Zeit sind und trotzdem größere Investitionsrisiken vermeiden. Auch F&E-Projekte wie zum Beispiel maxE, wo wir uns mit Stromspeichern für die Baustellen beschäftigen, sind weitere Mosaiksteine in einem nachhaltigen Gesamtbild.

Abschließend nochmals zurück zu HVO: Wie sehen Sie hier die weitere Entwicklung?

Sorko: Eine komplette Umstellung der fossilen Treibstoffe auf HVO ist nicht möglich, weil am Markt die Verfügbarkeit der benötigten Mengen einfach nicht vorhanden und die preisliche Situation gesamtunternehmerisch nicht abbildbar ist. Aber wie schon erwähnt, ist es ein Baustein von vielen Maßnahmen zur Reduktion von CO2. Es entspricht auch unserer Haltung, „Immer besser bauen“ und vorne mit dabei zu sein.

Wir danken für das Gespräch!

DATEN & FAKTEN: Was bedeutet HVO Biotreibstoff?

Die Abkürzung HVO steht für „Hydrotreated Vegetable Oils“, zu Deutsch hydrierte Pflanzenöle. In einem raffinierten Verfahren wird Pflanzenöl mittels einer katalytischen Reaktion, wobei auch Wasserstoff hinzugegeben wird, in Kohlenwasserstoff umgewandelt. Einzelne Hersteller setzen in der Produktion neben Pflanzenölen auch Abfälle sowie Öle und Fette aus Reststoffen ein. Die Frucht von Pflanzen wird nicht verwendet und HVO enthält auch kein Palmöl. HVO ist in seiner chemischen Zusammensetzung mit fossilem Diesel vergleichbar und in der Regel vollständig kompatibel mit allen Dieselmotoren des bestehenden Fuhrparks. Eine Abklärung mit dem jeweiligen Hersteller wird aber empfohlen. Der große Vorteil: Durch die Nutzung von HVO werden die Treibhausgasemissionen über den Lebenszyklus des Kraftstoffs um bis zu 90% im Vergleich zu fossilem Diesel reduziert.

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Wie der Feldversuch zeigte, bringen Cat Großgeräte auch mit HVO die volle Leistung (von links): Michael Maier (Swietelsky), Rene Doppler (Verkauf, Zeppelin Österreich, Niederlassung Linz), Karl Krische (Swietelsky), Christian Sorko (Swietelsky, Konzernbereichsleitung Maschinentechnik- und Anlagenmanagement), Christoph Ohnmacht (Zeppelin Österreich, Leiter der Niederlassung Linz), Karin Wögerer (Nachhaltigkeit- und Innovationen MTA, Swietelsky) und Frederik Leblhuber (Swietelsky).

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„Unter den zahlreichen Maßnahmen, die wir zur CO2-Reduzierung im Maschinen- und Fuhrpark setzen, ist HVO ein Mosaikstein im Gesamtbild der Nachhaltigkeit“, betont Christian Sorko, Konzernbereichsleiter Maschinentechnik- und Anlagenmanagement bei der Firma Swietelsky.

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Starke Partnerschaft im Zeichen des Technologiewandels (von links): Holger Schulz (Leiter der Strategischen Geschäftseinheit Baumaschinen Deutschland/Österreich), Christian Sorko (Swietelsky, Konzernbereichsleitung Maschinentechnik- und Anlagenmanagement) und Stephan Bothen (Vorsitzender der Geschäftsführung Zeppelin Österreich).

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